Januar 2018

CD-Cover meiner Sendung über den BDM. Dieses Feature wurde am 30. Januar 2018 im rbb-Kulturradio um 19.04 Uhr wiederholt.

Der Bund Deutscher Mädel organisierte Mädchen in einem nie dagewesenen Ausmaß.  Millionen Mädchen im Alter von 10 bis 21 Jahren waren erfasst worden. 1944 betrug ihre Zahl über 4,5 Millionen. BDM-Forscherinnen gehen von über 400 000 BDM-Führerinnen aus. Für die meisten von ihnen war die Mitgliedschaft im BDM, die einzige Möglichkeit mal von zu Hause wegzukommen. Freiheit, Abenteuer, Liedersingen und Lagerfeuer. Das war attraktiv. Und die Arbeitskraft der Jugendlichen wurde ja auch ständig gebraucht: bei der Aussaat genauso wie bei der Ernte, bei Insektenplagen wurden die Kinder zum Sammeln von Kartoffel- und Maikäfern eingesetzt, sie sammelten Altmetalle, Kleider, Papier – sekundär Rohstoffe zum Recycling – würde man heute sagen, und sie sammelten fürs Winterhilfswerk. Sie bildeten die flexibel einsetzbare jubelnde Menge bei Parteitagen, Aufmärschen oder wenn der Führer irgendwo zu begrüßen war. Später im Krieg machten sie Dienst auf Bahnhöfen, betreuten Verwundete oder Evakuierte.
Das Manuskript der Sendung ist in der Redaktion „Zeitpunkte“ im rbb-Kulturradio erhältlich und wer die Sendung hören möchte, klicke den folgenden link an. Bis Januar 2019 ist sie dort zu finden:
www.kulturradio.de/programm/schema/sendungen/kulturtermin/archiv

„Januar 2018“ weiterlesen

Juliane Bartel Medienpreis

FigurDen Juliane Bartel- Medienpreis 2016 in der Kategorie Hörfunk gewann die 55-minütige Reportage:

Krank und schlank  
Autorin: Henriette Wrege

Die Reportage über die Risiken der Antibabypillen der 3. und 4. Generation lief in der Reihe Zeitpunkte-Reportage des rbb-Kulturradio. In der Hörfunksendung geht es u.a. um die Frage, warum Pillen, deren Ungefährlichkeit nach wie vor nicht erwiesen ist, massenhaft jungen, gesunden Frauen verordnet wird. Der gefährliche Stoff heißt Drospirenon. Gefährdet sind vor allem junge Frauen, die zum ersten Mal eine Antibabypille einnehmen. Felicitas Rohrer und die Frauen von der Internetplattform „Risiko Pille“ haben vieles in Sachen Drospirenonhaltige Pillen ins Rollen gebracht.

Am Dienstag, den 24.Oktober 2017 wurde in der Kategorie Hörfunk das Feature „Die toten Mütter meiner Tochter“ von Jenny Marrenbach ausgezeichnet. Die Journalistin hat ihre Familie nach der Geburt ihrer Tochter ein Jahr lang begleitet. Sie konfrontiert die heutigen Elternratgeber mit den Erfahrungen ihrer Mutter und Großmutter. Das Feature zeige, so die Jury, dass die Kernfrage auch heute bleibe: Wie kann Frau heutzutage eine gute Mutter sein?

Ich habe mich damals sehr über die Auszeichnung gefreut. Sie kam zum Ende der Berufstätigkeit.

Wer sich für das Manuskript interessiert, wende sich an den rbb in Berlin.

Sehnsuchtsort: Provence

 

Honig und Lavendel
nicht nur im Süden blüht Lavendel …..auch im Norden verbreitet er seinen Duft

Immer zum Ende des Nordsommers packt mich die Lust, in den Süden Frankreichs zu reisen. Und natürlich auch in die Provence. Am liebsten in die Haute Provence zwischen Drôme und Durance. Das kann frau / man ja heutzutage sehr bequem vom Strandkorb aus per Buch erledigen. Wer allerdings zu viele dieser Provence-Krimis liest, kann manch unschöne Dinge entdecken. Die Herren Autoren machen sich das schriftstellerische Leben nämlich manchmal recht einfach und benutzen Textbausteine. So geschehen in den Büchern von Cay Rademacher und einem Menschen, der oder die unter dem Pseudonym Pierre Martin bei Knauer veröffentlicht. Wo der Textbaustein herkommt, weiß ich nicht,  jedenfalls war Cay Rademachers Buch zuerst auf dem Markt.  Aber vielleicht stammen beide Buchreihen ja auch aus einer Feder bzw. einem Laptop. Denn bislang macht der Knaur Verlag-  noch ein Geheimnis daraus, wer sich hinter dem Namen Pierre Martin verbirgt. „Sehnsuchtsort: Provence“ weiterlesen

Velodrom d’Hiver in Paris Juli 1942

Seit dem Jahr 2000 wird jedes Jahr offiziell in Paris an die Ereignisse in der Radsporthalle Velodrom d’hiver im Juli 1942 erinnert. Es galt in Frankreich lange als Tabu, dass nicht nur die Gestapo Razzien auf die jüdische Bevölkerung veranstaltete, sondern auch französische Polizei. Es nicht zuletzt war Serge Klarsfeld, der bereits Anfang der 80er Jahre  Archivmaterial sichtete und in seinem 2-bändigen Werk Vichy-Auschwitz die Beteiligung französischer Stellen an der Deportation der jüdischen Bevölkerung bewies. Arno Klarsfeld weist 2015 im Vorwort zu den Erinnerungen von Beate und Serge Klarsfeld auf diesen Umstand hin: „Man hatte ihnen gesagt, „Ihr schafft es nie, Frankreichs Geschichtsbild zu ändern.“ Heute zitiert jeder Präsident der französischen Republik bei den Feierlichkeiten zum Gedenken an die Razzia des Vélodrom d’Hiver die Schlusspassage von Serges historischem Standardwerk Vichy-Auschwitz: „Velodrom d’Hiver in Paris Juli 1942“ weiterlesen