

Wie ich die Großstadt hinter mir ließ und an die Küste zog


Wie lang der Arm von übelwollenden Selbstdarstellern in Orange sein kann, spürt Nicolas Guillou, französischer Jurist und Richter am Internationalen Strafgerichtshof seit Sommer letzten Jahres. In unserer ach so tollen digitalen Welt reicht ein Rülpser vom Agent Orange und Du stehst im Dunkeln. Nichts geht mehr. Dank universeller Erpressbarkeiten und der Verknüpfung von immer mehr Daten.
Im Dezember 2023 wurde Guillou zum Richter am Internationalen Strafgerichtshof gewählt. Er trat seine voraussichtlich neunjährige Amtszeit am 11. März 2024 an. Guillou wurde als einer von sechs Richtern und drei Staatsanwälten des Internationalen Strafgerichtshofs im August 2025 von den USA mit Sanktionen belegt. US-Unternehmen wie Amazon, Airbnb oder PayPal schlossen seine Konten. Hotelbuchungen über solche Onlinedienste, wie beispielsweise über Expedia, werden auch außerhalb der USA storniert. Onlinebezahlung ist für ihn laut eigenen Angaben kaum mehr möglich, da US-Unternehmen wie American Express, Visa und Mastercard de facto über ein Monopol auch in Europa verfügen. Auch nicht-amerikanische Banken übernahmen teilweise die US-Sanktionen und verweigern ihm ein Konto. Grund für die US-Sanktionen sind die Haftbefehle wegen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit gegen Benjamin Netanjahu und Yoav Galant.
Die EU sanktioniert auch Einzelpersonen – am liebsten Russen. Aber auch bei uns entdecken die Herrschenden, dass man dieses Mittel gegen missliebige Einzelpersonen einsetzen kann, die sich in der Öffentlichkeit nicht konform äußern. Vom Mainstream abweichende Meinungen z.B. zum Ukraine Krieg können da existenzbedrohend werden. Demnächst wahrscheinlich auch Äußerungen zum Völkermord im Gazastreifen und der besetzten Westbank.
Insofern ist es ein frommer Wunsch, dass die EU die sogenannte Anti-Blocking-Regelung die Sanktionen anwendet. Sie kann Unternehmen, die nicht in den USA sitzen, das Befolgen der US-Sanktionen verbieten.
Es gibt politische Entscheidungen, die sind so falsch, dass man sie erst einmal gar nicht glauben kann: Die Entscheidung des Bundesinnenministers Alexander Dobrindt (CSU), Sprach- und Integrationskurse für zugewanderte Menschen nicht mehr zu bezahlen, gehört dazu. Dies schreibt Heribert Prantl in seiner neuesten Kolumne. Diese Maßnahme schade dem inneren Frieden und dem Wohl der Gesellschaft, dem der Innenminister eigentlich verpflichtet ist. Tja. Aber wenn am Ende niemanden integrieren will und wenn man davon ausgeht, dass es auch bei uns über kurz oder lang Robocops nach dem ICE Beispiel geben wird, dann ist es doch nur konsequent. Darüber hinaus will die AFD sowieso alle Menschen los werden, die nicht so sind wie sie. Die guten Deutschen meckern ja jetzt schon über das ärztliche Personal, was nicht ihren Dialekt spricht. Was sagen diese Leute erst, wenn das Krankenhauspersonal seine Koffer packt und dahin geht, wo man sie wertschätzt? In dieses Szenario passen dann auch wunderbar die Pläne, Krankenhäuser ganz zu schließen. Dann braucht man auch kein Personal mehr. Daran dass es weder Arzttermine noch Krankenhausbetten gibt werden sich die guten Deutschen schon gewöhnen. Im 3.Reich hatte man ja schließlich auch das qualifizierte Personal außer Landes getrieben und musste sich mit Stümpern zufrieden geben. Das wurde tatsächlich einem Schwergen zum Verhängnis: Meister Heydrich starb an seinen Verletzungen, weil seinen Parteikumpels die nötigen Kenntnisse fehlten. So kann es gehen.
Zur Zeit kann man sich nur über so viel Zukunftsblindheit wundern. Aber Leute wie Innenminister D. werden nie zu den Leidtragenden gehören und deshalb gehen ihm die Folgen seiner Politik auch am Arsch vorbei.
Und die ausländischen Arbeitskräfte, die Guten, die wir hier dulden wollen, die müsse schon in der Heimat Sprache und Kultur gelernt haben.
Ein mäandernder Polarjet und ein Kältehoch im Nordosten und fertig ist der Winter. Dass die Luftmassengrenze über Deutschland liegt – tja Pech! Aber der Rest ist normaler Winter. Der Februar gilt allgemein als kältester Monat. Ost- und Nordsee kühlen aus und es stapelt sind die Eisschollen am Ufer oder im Watt.
