Neues aus dem Coronazän

Lockern oder nicht lockern – das ist hier die Frage. SH lockert für die Geschäfte, Essen gehen und für das Sportgucken – draußen – im Rudel und im omikronhaltigen Aerosol der Nachbarn. Was man nicht darf in SH ist: sich selbst sportlich betätigen – außer natürlich mit Test und Impfung – aber: immerhin ohne Maske – das ist doch was!
Dass dieser nicht zu Ende gedachte sogenannte Schutz der – da sind sie wieder – vulnerablen Gruppen, unausgegoren erscheint und nicht der Glaubwürdigkeit dient – schiet egal! „Neues aus dem Coronazän“ weiterlesen

3. Impfung im 3.Coronajahr

Die Coronaimpfungen haben es in sich. Die 1. ging ja noch, die 2. machte schon reichlich Beschwerden nicht nur an der Einstichstelle. Drei Wochen schlug ich mich im Sommer mit dieser dämlichen Müdigkeit herum. Die 3. nun – nach 6 Monaten – zeigte nach ca. drei Stunden die ersten Wirkungen: Muskelkater-ähnliche Beschwerden am Deltamuskel. Der arme wird seit Monaten traktiert. Es folgen Kopfschmerzen und allgemeines Unwohlsein. Die Nacht verlief ohne Beeinträchtigungen. Der Folgetag brachte grippe-ähnliche Symptome wie Gliederschmerzen und auch Durchfall. Super. Ich impfe gegen Grippe und bekomme sie dann. „Nehmen Sie Paracetamol oder Ibuprofen, wenn Sie was haben“, lautete der joviale Rat der Impfärztin. Wer weiß wie die Sache verlaufen würde, hätte ich mich von der Panik anstecken lassen und hätte nicht die 6 Monate abgewartet. Nun gibt es Ibuprofen und dann wird alles hoffentlich gut.
Vielleicht ist auch der Orkan, der draußen ums Haus tobt, nicht gerade das richtige Umfeld für eine Corona-Impfung. Nun bin ich zwar malade, aber wieder ein vollwertiges Mitglied der Gesellschaft!

Radikalenerlass vor 50 Jahren

Vor 50 Jahren – ab 1972 – bekamen ehemalige NS-Richter die Gelegenheit, gegen sogenannte Radikale zu Felde zu ziehen. Und das unter der Parole von Willy Brandt: mehr Demokratie wagen.  Die Rechten hatten die SPD so lange vor sich her getrieben, bis sie in die alten Feind-Muster verfielen und glaubten, wenn sie „Linke“ aus dem öffentlichen Dienst fernhielten, würden sie ihre Haut retten.
Das Haberfeldtreiben ging so weit, dass auch SPD-Mitglieder nicht mehr als Hilfskräfte in Gerichten beschäftigt werden durften. Dass auch bei Putzfrauen die Regelanfrage beim Verfassungsschutz galt, kann man ja noch fast als Aufwertung dieser zutiefst weiblichen Beschäftigungsform empfinden. Putzfrauen hatten Zugang zu allen Büros – schließlich sollten sie sowohl den Dreck der – überwiegend männlichen Belegschaft wegmachen – als auch die Papierkörbe leeren….! Da war bestimmt einiges Lesenswerte drin. Ich glaube Aktenvernichter gab es vor 50 Jahren noch nicht.
Aber zurück zur alten Tante SPD, die dabei war ihre Enkel zu fressen. In meiner Familie spielte Eckard Kuhlwein  eine tragenden Rolle in dieser Tragikomödie. Mein Vater hatte wirklich alle Hebel in Bewegung gesetzt. Er hatte u.a. an das Büro der Bundestagspräsidentin Annemarie Renger geschrieben und an die SPD-Fraktion im schleswig-holsteinischen Landtag. So kam Eckhard Kuhlwein ins Spiel. Irgendwann rief dann eines nachmittags der Staatssekretär im Justizministerium bei uns an und verkündete, dass unser Familienmitglied nun doch Akten austragen durfte. Und mein Vater hätte ja nicht gleich an die Renger schreiben müssen. Nun hatten meine Eltern also doch keinen Verfassungsfeind an ihrem Busen genährt. Das war insofern nicht ganz uninteressant, weil diejenige Person auf Lehramt studierte…… Der Schock wirkte nachhaltig: man schwenkte nun nach rechts und schloss sich immer der vermeintlichen Mehrheit an!  Und noch eins: die Kollegen meines Vaters wussten schon ein ganzes Jahr von dem Verdickt und nur einer von ihnen fand den Mut, kurz vor den Sommerferien meinen Vater zu informieren. Dass der dann eine deftige Sohle auf’s Parkett legen würde, war wohl den Beteiligten klar. Aber dass die alle die Klappe gehalten haben, ihrem Kollegen gegenüber – ist wohl nur damit zu erklären, dass das 3. Reich erst vor 27 Jahren in Schutt uns Asche zerfallen war, aber reichlich alte Nazis vor allem in Verfassungsschutz und Justizdienst noch ihre Kreise zogen. Und vor denen hatte sie anscheinend die Hosen voll.

Haare – nicht nur zur Winterszeit

Als notorische Kulturzeitseherin staunte ich nicht schlecht, als gestern Influencerinnen vorgestellt wurden, die eine Lanze für ihre Haare brachen. Es ging mal nicht um die Löwinnenmähne auf dem Kopf, sondern um Achselhaare, Schamhaare und Haare an den Beinen. Die Damen wollen sich nicht länger rasieren! Tja. # januhairy. Da muss frau nur alt genug werden, damit einen die aktuellen Trends einholen. Rasiert habe ich mich nie. Früher als jugendliches Kind habe ich mit dieser fies stinkenden Creme die Haare aus den Achselhöhlen entfernt. Das habe ich dann irgendwann nachgelassen. Das war’s. Haarstoppeln an den Beine fand ich nie attraktiv. Das piekte nämlich. Übrigens je älter frau wird, umso weniger Haare gibt es an den – so called – tabuisierten Stellen: unter der Achsel oder im Bereich der Schambehaarung. Wobei ein glatt rasiertes Kinn  zu den – männlichen – Pflichten gehörte.
Und nun  das: ich war all die Jahre eine Tabubrecherin ohne es zu wissen! 😉