Hasankeyf versinkt

Vor ungefähr 14 Jahren war ich mit einigen Kolleginnen im Osten der Türkei auf Recherchereise. Wir wurden – wie damals alle westlichen JournalistInnen auch in eine kleine Stadt am Tigris geführt: nach Hasankeyf. Die Stadt liegt im Flusstal begrenzt durch eine hohe Steilwand, in der sich antike Wohnhöhlen befinden.

Hasankeyf im Tigristal

Dieses alles sollte – wie mit ausladender Handbewegung gezeigt wurde – überflutet werden und in einem Stausee versinken. Unserer türkischen Kollegin war besonders wichtig, dass wir Westlerinnen begriffen, was da geplant war. Denn die Gelder  für das Projekt „Ilisu-Staudamm“ kam zum großen Teil aus Deutschland. Dieser Geldsegen konnte tatsächlich gestoppt werden. 2008 zogen sich die westlichen Finanziers zurück. Das führte allerdings nur zu einer zeitlichen Verzögerung, denn die türkische Regierung interessierte es nicht, was da alles auf nimmer Wiedersehen überflutet wird. „Hasankeyf versinkt“ weiterlesen

Enteignung der inneren Organe geplant

Nichts weniger als die Enteignung der inneren Organe von lebenden Menschen haben die sogenannten Gesundheitspolitiker Spahn und Lauterbach vor.
Ich kann mich nur dem anschließen, was Heribert Prantl schreibt: eine Spende ist freiwillig. So verkniffene Zeitgenossen wie Jens Spahn ist das zu viel Liberalität. Der glühende Abtreibungsgegner  verweigert ja auch schwerkranken Menschen die Anwendung der BGH-Rechtsprechung in Sachen freiwilliger Suizid. Vielleicht sollten die Totkranken ihre Organe Herrn Spahn und den anderen Geschäftemachern zur Verfügung stellen, vielleicht klappt es dann schneller mit selbst bestimmten Ableben. Organe braucht man schließlich immer. „Enteignung der inneren Organe geplant“ weiterlesen

Schach den religiösen Männern

Kaum hatten iranische Sprecherinnen den Abschuss der Ukrainischen Maschine vermeldet, lenken die Mullahs unseren Blick auf die Frauen Schach-Weltmeisterinnenschaft. Die iranische Schiedsrichterin Shohreh Bayat war in ihrem Heimatland diffamiert worden, weil sie angeblich kein Kopftuch trug in der Öffentlichkeit. Nachdem die rasende Männlichkeit der Sittenwächter im Iran eine Entschuldigung verlangte hatte  (für die weibliche Sünde) und künftig den schwarzen Tschador, legte die Schiedsrichterin das Kopftuch nun tatsächlich ab. Aus Angst vor Strafen irgendwelcher Geisterfahrer, sucht sie sich eine neue Heimat. Beim Stand von 3:3 ziehen die Spielerinnen  Ju Wenjun und Alexandra Gorjatschkina  nach Wladiwostok um.

weibliche Gesichter

Wenn es wirklich unangenehm wird für Männer, dann erinnern sie sich manchmal, dass es da noch ein anderes Geschlecht gibt, dass etwas anders aussieht und irgendwie ein anderes Image hat: Frauen.
Wenn in einer Gesellschaft wie der iranischen, in der Frauen in der Öffentlichkeit nur unter schwarzen Tüchern geduldet werden, plötzlich die Nachrichtenmeldungen des Tages verlesen und  damit überall auf der Welt gesendet und gesehen werden, dann muss schon was passiert sein. In diesem Fall geriet ein ziviles Flugzeug unter „friendly fire“. Ergebnis: 176 Tote.
Das passierte genau nach der Nacht, in der iranische Drohnen US-amerikanischen Stellungen im Irak angegriffen hatten. Wer gab den Befehl zum Abschuss? Ein Mensch oder ein Computer?  Also ein Versagen der menschlichen oder der künstlichen Intelligenz? Vielleicht ein Programmierfehler im Algorithmus der iranischen Luftabwehr? Alles schon mal vorgekommen. Genau in der Gegend. Im Juli 1988 war ein iranisches Zivilflugzeug von einem US-amerikanischen Schnellboot – einem Robocruiser – abgeschossen worden….ein Versehen. 290 Tote.
Übrigens sehr spannend geschildert von Yvonne Hofstätter in ihrem Buch „Sie wissen alles. „