Die Rückkehr zu den sogenannten guten alten Zeiten steht bei einer wachsenden Zahl von Mitmenschen oben auf der Agenda. Zurück zum alten Italien, zum alten Spanien uuuhhh- das kann nur Francozeit bedeuten. und bei uns in welche Zeit träumen sich unsere Fans von Vaterland und Familie? Mit dem Sozialismus wurde in den Republiken des ehemaligen Jugoslawien auch der emanzipatorische Fortschritt begraben, stellt die bosnische Schriftstellerin Lana Bastašic fest. Lana Bastašic wurde 1986 in Kroatien geboren, ihre Eltern sind Serben und sie wuchs in Bosnien auf: kurzum sie ist ein Kind des alten Jugoslawien. Sie beobachtet ihre Umwelt mit klarem Blick: „Frauen verschwinden aus der Öffentlichkeit, sexuelle Belästigung ist wieder an der Tagesordnung: „Als ein Museumsdirektor aus Belgrad mich öffentlich meiner angeblich ‚blasphemischen Gedichte‘ und ‚lesbischen Geschichten‘ wegen beschimpfte, richtete sich der Angriff nicht gegen mich, sondern gegen meinen Vater. Herr Bastašić habe, so der Direktor, ‚seine Tochter nicht richtig erzogen‚. Noch nicht einmal meine Blasphemie gehörte mir selber. Mein Vater hatte es versäumt, mich zu zähmen. Außerdem zeigten meine Tätowierungen, ‚dass ich die Kunst der Hexerei‘ verehrte, was den orthodoxen christlichen Werten widersprach.“
Kategorie: Der grausame Alltag
Der grausame Alltag
Hier steht alles, was mich aufregt: § 219a oder Neues von Herrn Spahn
Für Gott, Familie und Vaterland
Die Werte der Rechten sind bekannt und genauso unglaubwürdig. Dass die Schutzvereinigung der Kinderschänder gegen Abtreibung ist, erklärt sich von selbst: Mann braucht ja schließlich Nachschub. Diesen brauchen die Gunmen auch, die ab und zu mal unter Grundschulkindern Blutbäder anrichten. Das lebende Leben ist den Klerikalfaschisten völlig egal – Hauptsache das Ungeborene erreicht das Kindesalter. Yeah!
die VR Bank des Tages
siehe auch: Ludwigsburger Kreiszeitung
Tod einer Journalistin
Shirin Abu Akle war nicht irgendeine Reporterin. Sie war die berühmteste, die es seit 25 Jahren wagte den israelischen Soldaten, Polizisten oder welchen Kindern, da auch in Uniform auftraten, auf die Finger oder besser auf die Gewehrläufe zu schauen. Das hat sie auch im Flüchtlingslager Dschenin gemacht als zum tausendsten Mal dort eine der berüchtigten Razzien stattfanden. Sie trug Helm und Splitterschutzweste und wurde offensichtlich ins Gesicht geschossen – hingerichtet, wie Augenzeugen bekunden. Dass ab und zu auch mal die Hamas derartige Erschießungen vornimmt, wissen diejenigen, die sich mit diesem Dauerkonflikt seit den 40iger Jahren beschäftigen. Aber im Fall Shirin Abu Akle war es wohl ein überforderter israelischer Soldat, der den Mord beging.
Den israelischen Behörden war das aber noch nicht genug. Selbst im Tod ließ man die Frau nicht in Ruhe. Polizisten griffen sogar die Sargträger bei der Trauerprozession an. Man ist zwar allgemein entsetzt über so viel Brutalität, aber das liegt vor allem daran, dass man sich – vor allem im Westen – schon lange abgewöhnt hat, über den palästinensischen Alltag Gedanken zu machen. Die einen gelten als Menschen 2. Klasse, von denen immer eine Gefahr ausgeht. Die anderen sind Jugendliche – meist direkt von der Schulbank – auf deren Schultern die gesamte Sicherheit Israels lastet. Dass diese jungen Leute ein Sicherheitsrisiko sind, ist klar. Den Preis zahlen die Palästinenser.
Und dann die Berliner Behörden, denen das Gedanken an die Vertreibung von 750 000 Menschen aus ihrer Heimat, seit 1948 ein Dorn im Auge ist, so dass alle Veranstaltung zum Gedenken an die Naqba verboten werden. Und bei der Gelegenheit wird auch das öffentliche Trauern um eine Reporterin einfach mal verboten. Nach dem Motto: war das was?