da hatte der MDR „Star“-Reporter Scheunemann, der das Frauen-Eishockeyspiel USA – Finnland bei Olympia reportierte gerade noch mal Glück gehabt. Sein blöder Satz von der 20 Kilo schweren Ausrüstung der Torfrau und der Frage an die Zuschauerin, ob das denn wohl etwas für sie wäre…. den hatte ich mir schon notiert für die olympische Sammelgurke. Aber Studio-Moderatorin Jessy Wellmer beantwortete die Frage stellvertretend als sie den Beitrag abnahm: Wer 20 Kilo schwere Einkaufstüten tragen kann, die wird sich auch nicht an 20 Kilo Ausrüstung stören. So ist es.
Den Armen nimmt man es am liebsten
Mal wieder hat es die ZeitungszustellerInnen erwischt. Diejenigen, die bei Wind und Wetter im Morgengrauen die Tageszeitungen in die Briefkästen werfen. Sie, die Garanten der Meinungsfreiheit, sollen mal wieder verzichten. Vor drei Jahren war ihnen erlaubterweise der Mindestlohn gekürzt worden. Der ist nun zwar angeglichen, aber dafür dürfen die Zeitungsverleger an den Rentenbeiträgen sparen. Im neuen Koalitionsvertrag steht: „Zur Sicherung der bundesweiten Versorgung mit Presseerzeugnissen für alle Haushalte wird bei Minijobs von Zeitungszustellerinnen und Zeitungszustellern der Beitrag zur Rentenversicherung, den die Arbeitgeber zu tragen haben, befristet für die Dauer von fünf Jahren bis zum 31. Dezember 2022, von 15 auf fünf Prozent abgesenkt.“ Es ist so übel! Das trifft Leute, die vor allem im Alter keine anderen Jobs – aus welchen Gründen auch immer – finden. Nach dem Motto: diese armen Schlucker kriegen sowieso nur Grundrente, da brauchen sie keine eigenen Rentenansprüche. Später heißt es dann: Ja, wer nicht gearbeitet hat, kann keine hohe Rente erwarten…. Vor allem dann nicht, wenn man für Herrn Döpfner und Konsorten gearbeitet hat – muss dann ergänzt werden. Matthias Döpfner ist Präsident des Bundesverbandes der Zeitungsverleger. Und Springerverlagschef. Zu seinem Reich gehört also auch die Krawallpostille mit den großen Buchstaben. Ich frage mich, wie dieser so detailliert formulierte Rentenklau in ein Schriftstück gelangen kann, das zwar viele Seiten hat, aber ansonsten eher wachsweich gehalten wird. Aufgefallen ist diese Feinheit übrigens den des Lesens mächtigen KollegInnen der FAZ.
Februar 2018

Januar 2018

Der Bund Deutscher Mädel organisierte Mädchen in einem nie dagewesenen Ausmaß. Millionen Mädchen im Alter von 10 bis 21 Jahren waren erfasst worden. 1944 betrug ihre Zahl über 4,5 Millionen. BDM-Forscherinnen gehen von über 400 000 BDM-Führerinnen aus. Für die meisten von ihnen war die Mitgliedschaft im BDM, die einzige Möglichkeit mal von zu Hause wegzukommen. Freiheit, Abenteuer, Liedersingen und Lagerfeuer. Das war attraktiv. Und die Arbeitskraft der Jugendlichen wurde ja auch ständig gebraucht: bei der Aussaat genauso wie bei der Ernte, bei Insektenplagen wurden die Kinder zum Sammeln von Kartoffel- und Maikäfern eingesetzt, sie sammelten Altmetalle, Kleider, Papier – sekundär Rohstoffe zum Recycling – würde man heute sagen, und sie sammelten fürs Winterhilfswerk. Sie bildeten die flexibel einsetzbare jubelnde Menge bei Parteitagen, Aufmärschen oder wenn der Führer irgendwo zu begrüßen war. Später im Krieg machten sie Dienst auf Bahnhöfen, betreuten Verwundete oder Evakuierte.
Das Manuskript der Sendung ist in der Redaktion „Zeitpunkte“ im rbb-Kulturradio erhältlich und wer die Sendung hören möchte, klicke den folgenden link an. Bis Januar 2019 ist sie dort zu finden:
www.kulturradio.de/programm/schema/sendungen/kulturtermin/archiv