Es kommt ja selten genug vor, dass ich mich über Nachrichten aus dem Nahen Osten freue. Aber gehofft hatte ich es, dass ein gemäßigt rechter Politiker wie Jair Lapid, Netanyahu ernsthaft gefährden kann. Vielleicht auch deshalb, weil er mal nicht aus dem Militär kommt, wie u.a. sein Vorgänger Benny Ganz. Ein vielversprechendes Signal war ja auch schon die Wahl von Jizchak Herzog, dem Kind des roten Adels von Tel Aviv, zum neuen Staatspräsidenten. Auch er hat nur eine gemäßigte militärische Sozialisation. Wenn es jetzt gelingt die arabischen Israelis und die Palästinenser nicht all zu sehr vor den Kopf zu stoßen, könnte auch in Israel die Ära Trump zu Ende gehen. Wäre nicht das Schlechteste.
Juni 2021

Nahost – Pulver verschossen
Nun sind die Raketen alle abgeschossen und Netanjahu sitzt wieder fest im Sattel. Der eigentlich mit der Regierungsbildung beauftragte neue Ministerpräsidentenkandidat ist in die 2. Reihe verwiesen. Dann kann man ja auch mal wieder das Feuer einstellen. Es sind genug Häuser zerstört. Die EU kann Baumaterial via Ägypten – natürlich nur mit israelischer Erlaubnis – in den Gazastreifen schicken. Dann haben ein paar Jugendliche Arbeit und alle freuen sich.
Na dann frohe Pfingsten – bis zum nächsten Mal, wenn man im rechten Lager der Israelis ein paar Hamasraketen braucht, um klar zu machen, wer hier Herr im Haus Israel ist und bleiben will.
1700 Jahre jüdisches Leben
Heute läuft meine Sendung zu Samuel Oppenheimer, das Finanzgenie Ende des 17. Jahrhunderts. Am meisten hat mich gewundert, dass es zu dieser Zeit bereits „Bad Banks“ gab, in die man die schlechten Risiken abschob. Und dass das Finanzwesen auch damals schon ein Geflecht aus Geben und Nehmen war: als nur noch genommen wurde, brach alles zusammen. Als nämlich der österreichische Kaiser Leopold I. nach Oppenheimers Tod seine Schulden nicht bezahlte, brach das komplette System zusammen.
br wissen, 17.5.21 Samuel Oppenheimer genialer Financier und Diplomat
Das Manuskript ist auf Anfrage in der Redaktion erhältlich