Nahost – der Weizen blüht

Wer auch immer die Haudegen auf beiden Seiten mal wieder von der Leine gelassen hat, machte ganze Arbeit. Dazu kommt die Frage: wer hat all die schönen Raketen in den Gazastreifen transportiert? Und vor allem die modernen Drohnen, die die Raketen abgefeuert haben. Das war nicht nur der alte Schrott, den irgendjemand entsorgen wollte, das war auch was zum Ausprobieren. Die israelische Armee wird vom Westen immer wieder aufgerüstet – allen voran vom guten Kumpel Donald. Der ist zwar nicht mehr im Amt, aber er hat in den vier Jahren seiner Amtszeit viel Gutes getan. Auf jeden Fall entsteht der Eindruck B. Netanyahu hat diese Angriffe bestellt. Er kann den starken Mann spielen und die Hamas hat überhaupt kein Interesse an einem gemäßigten Kabinett. Jeder Angriff der Israelis schließt die Reihen der Hamas und bringt ihnen neue Kämpfer – manchmal auch Kämpferinnen. Schließlich ist das Märtyrertum einer der wenigen Berufe im Gazastreifen, der ein Einkommen generiert. Und von irgendetwas müssen die Menschen dort ja auch leben und wenn es vom Tod der Kinder ist.

Corona im Mai ….

…ist der April vorbei. Allerdings häufen sich die Tage, an denen ich mich wie am 1. April wähne. Letztens frohlockte meine Landesregierung: nun würden auch die Leute der Prio 3  einen Impftermin bekommen. Allerdings waren die 65 000 Termine innerhalb von 40 Minuten weg. Irgendwie dachte ich als Wahlhelferin sollte ich mich vielleicht mal impfen lassen. Dann hörte ich aus Hausarztpraxen, dass recht viele Menschen mit Hinweis auf die  Wahlhelferei einen Impftermin haben wollen. Und so entstand bei mir der Eindruck, dass es wahrscheinlich noch nie so viele Menschen bei einer Wahl gab, die ihren Sonntag irgendwo rumsitzen wollen, wie im September 2021. Dann wird man mich sicherlich nicht brauchen. Und schon erspare ich mir die Entscheidung – für oder gegen den mRNA Impfstoff. Diese Entscheidung nimmt mir der freundliche Herr Garg ab. Da sag ich doch mal „Danke“. Ansonsten gilt, das was ein „Herr Müller“ schrieb als Report Mainz die abgestandene Vordrängler Nummer wieder hochjazzte:
„Das ist natürlich auch eine direkte Folge von mehr Rechten für Geimpfte. So ist man als „Jüngerer“ bis 59 bei aktueller Priorisierung gleich mal doppelt gear…t. Erst über ein Jahr solidarisch mit den vulnerablen Oldies. Dann kein Impfstoff. Und nun darf man den früh geimpften Oldies solidarisch bei Butterfahrt und Kaffeekränzchen zuschauen…beschlossen von den kalkgeplagten und geimpften Oldies im Bundestag. So ist das eben mit der Solidarität heute – erinnert mich irgendwie an bestehende „Generationenverträge“ und meine zukünftige Rente.

Mai 2021

In diesem Jahr ist ist unser Garten mindestens 4 Wochen im Rückstand. Anfang Mai noch in voller Blüte stehende Narzissen und Tulpen – das gibt es nicht so oft. Die Maiglöckchen sind zwar da, aber noch sind die Glöckchen nicht aufgeblüht und der Flieder verharrt ebenfalls im Knospenstadium.

Ida Pfeiffer – Weltreisende um 1860

Schon als Kind träumte Ida Pfeiffer davon, an Expeditionen in ferne Länder teil zu nehmen und über die Weltmeere zu segeln. Und tatsächlich war sie die erste Frau, die eine Reise rund um die Welt unternahm.
Sie wollte nicht akzeptieren, dass Menschen nur wegen ihrer unterschiedlichen Hautfarbe nicht die gleichen Rechte haben sollten. In der Zeitschrift „Unterhaltungen am häuslichen Herd“ war als Ankündigung für einen Vortrag zu lesen, „dass die Reisende von der Geografischen Gesellschaft Berlins berufen wurde, um vor jener „für die Wilden“ zu plädieren“.
„Der Weiße verlangt nach den Weibern und Töchtern der Wilden, er verhöhnt sein heiligstes, seinen Glauben, seine Götter. Er betrügt, übervorteilt ihn, wo immer er es nur vermag, ja, wenn es in seiner Gewalt liegt, jagdt er ihn von seinem heimathlichen Boden. Jede Regierung, sie mag englisch, holländisch, amerikanisch oder wie immer heißen, hat bei Eroberungen nichts anderes in Sicht als aus Land und Leuten zu ziehen und zu pressen, was nur möglich ist.“
1842 – da war sie 44 – packte Ida Pfeiffer zum ersten Mal ihre Koffer für eine Fernreise: sie brach zu einer Pilgerreise ins Heilige Land auf. Obwohl Pilgerreisen lange Zeit die einzige gesellschaftlich akzeptierte Form des Reisens für Frauen war, erschien ihr Vorhaben Freunden und Verwandten als sehr gewagt. Palästina war in der Mitte des 19. Jahrhunderts eine politisch unruhige Gegend und außerdem herrschte in vielen Hafenstädten die Pest. Doch Ida ließ sich nicht aufhalten.
Ida Pfeiffer war zwar wagemutig aber nicht naiv. So hat sie vor allen Fernreisen ein Testament gemacht, weil sie letztlich doch damit rechnete, die Reise nicht zu überleben. Trotzdem überwog ihre Entdeckerlust, das Bemühen Vorurteile zu widerlegen und Verständnis für die sogenannten Wilden zu wecken.
Nicht immer müssen erst die Nachfahren der Urgroßeltern wie bei Götz Aly das Ausräubern der sogenannten Wilden im 19. Jahrhundert als das bezeichnen was es ist: Raub inklusive Mord und Totschlag. Und es wird Zeit, dass 200 Jahre später die Alltagsgegenstände und Artefakte wieder zurückgegeben werden und zwar die Originale – die Kopien können wir ja weiterhin ausstellen. Uns sind die Stücke sowieso nicht heilig!
Ida Pfeiffer – Die Weltreisenden des Biedermeier, br wissen, Juli 2013, Eine Sendung von Henriette Wrege. Das Manuskript kann in der Redaktion angefordert werden, die Sendung ist bestimmt im Netz als Podcast zu finden. „Ida Pfeiffer – Weltreisende um 1860“ weiterlesen