Die Bereicherung des Tages

Wenn es sie nicht gäbe, müsste man sie erfinden: die Wirtschaftsministerien des Bundes und der Länder. Der oliv-grüne Herr Habeck sorgt seit Amtsantritt für Erheiterung und nun sind die Länder dran. Weil die Hartz 4 Haushalte in ihren üppigen Salären auch das Geld für  „normale“ SchülerInnenfahrkarten enthalten, wollen einzelne Ministerien – allen voran BaWü (mir gäbet nix) – den Differenzbetrag zurückfordern. Dass es so etwas wie eine  „Entreicherung“ gibt für Gelder, die man bekommen hat und ausgegeben hat, im guten Glauben ausgegeben hat und deshalb nicht mehr zurückgeben kann – davon haben die Schlaules von der CDU noch nichts gehört. Aber die Begründung, warum man die Kohle von den Ärmsten sich zurückholen will, ist kabarettreif: wegen ungerechtfertigter Bereicherung! Eine gerchtfertigte Bereicherung ist dann wohl Cum ex oder Cum Cum, oder wie? Die Hartzer jedenfalls sind also die eigentlichen Profiteure und machen sich die Taschen voll – nicht die Ölkonzerne oder die anderen Spekulanten – nein die Harzer sind es! Jedenfalls wenn es nach der BWLerin und aus Industriellenkreisen (Bizerba) stammenden – Frau Hoffmeister-Kraut (CDU) geht.
Wir wollten ja immer Frauen in solchen Positionen und das werden eben nur Hartherzige und Empathielose. Das Leben ist kein Ponyhof – jedenfalls nicht für Arme. Mal sehen wie es ausgeht. Hubertus Heil bittet (!) darum, den Harzern die paar Euros nicht abzuknöpfen, aber das wird den Besserverdienenden sehr, sehr schwer fallen.

Schwarze Frauen

Tja, das ist mal wieder typisch für unsere Medien – nicht nur die des Mainstreams: in Kolumbien hat nicht nur ein linker Kandidat die 1.Runde der Präsidentschaftswahlen gewonnen, sondern auch die Frau an seiner Seite. Und wie Schweizer Medien berichten ist sie diejenigen, die das Duo so einzigartig macht: Francia Marquez gehört zu den fünf Millionen KolumbianerInnen mit afrikanischen Wurzeln. Sie sagte: es gehe nicht um die Farbe der Haut, sondern um die Elite, die glaubt, allen überlegen zu sein. Auf jeden Fall gibt sie denjenigen eine Stimme, die nie eine hatten.
Sie hatte bereits bei den Vorwahlen im Linksbündnis für eine Überraschung gesorgt: sie bekam hinter Gustavo Petro die meisten Stimmen!

Wiederauferstehung

Die Rückkehr zu den sogenannten guten alten Zeiten steht bei einer wachsenden Zahl von Mitmenschen oben auf der Agenda. Zurück zum alten Italien, zum alten Spanien uuuhhh- das kann nur Francozeit bedeuten. und bei uns in welche Zeit träumen sich unsere Fans von Vaterland und Familie? Mit dem Sozialismus wurde in den Republiken des ehemaligen Jugoslawien auch der emanzipatorische Fortschritt begraben, stellt die bosnische Schriftstellerin Lana Bastašic fest. Lana Bastašic wurde 1986 in Kroatien geboren, ihre Eltern sind Serben und sie wuchs in Bosnien auf: kurzum sie ist ein Kind des alten Jugoslawien. Sie beobachtet ihre Umwelt mit klarem Blick: „Frauen verschwinden aus der Öffentlichkeit, sexuelle Belästigung ist wieder an der Tagesordnung: „Als ein Museumsdirektor aus Belgrad mich öffentlich meiner angeblich ‚blasphemischen Gedichte‘ und ‚lesbischen Geschichten‘ wegen beschimpfte, richtete sich der Angriff nicht gegen mich, sondern gegen meinen Vater. Herr Bastašić habe, so der Direktor, ‚seine Tochter nicht richtig erzogen‚. Noch nicht einmal meine Blasphemie gehörte mir selber. Mein Vater hatte es versäumt, mich zu zähmen. Außerdem zeigten meine Tätowierungen, ‚dass ich die Kunst der Hexerei‘ verehrte, was den orthodoxen christlichen Werten widersprach.“

Für Gott, Familie und Vaterland

Die Werte der Rechten sind bekannt und genauso unglaubwürdig. Dass die Schutzvereinigung der Kinderschänder gegen Abtreibung ist, erklärt sich von selbst: Mann braucht ja schließlich Nachschub. Diesen brauchen die Gunmen auch, die ab und zu mal unter Grundschulkindern Blutbäder anrichten. Das lebende Leben ist den Klerikalfaschisten völlig egal – Hauptsache das Ungeborene erreicht das Kindesalter. Yeah!