Braunes gegen Grün

Weil heute das Wetter zu schön ist, um sich mit der braunen Reaktion in Deutschland zu beschäftigen, übernehme ich einen Absatz von meiner momentanen Lieblingskrawallplattform „Apotheke adhoc“zu Klimasozialismus etc. :
„Anders als bei der Kampagne im Juni, hinter der offen die neoliberale „Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft“ stand, ist bei der jetzigen Aktion nicht transparent ausgewiesen, wer der Auftraggeber ist. Die Spuren führen allerdings in politisch abschüssiges Terrain: Verschiedenen Medienberichten zufolge steht hinter den Plakaten eine Hamburger Firma namens Conservare Communication, geführt vom ehemaligen CSU-Mitglied David Bendels. Er gibt nicht nur mit seinem Unternehmen die rechte Wochenzeitung „Deutschland Kurier“ heraus, sondern ist laut ARD auch Vorsitzender des „Vereins zur Erhaltung der Rechtsstaatlichkeit und bürgerlichen Freiheiten“, der in der Vergangenheit in mehreren Wahlkämpfen Plakate und Broschüren produziert hatte, die zur Wahl der AfD aufriefen. Dafür standen Bendels und sein Verein bereits 2018 im Verdacht, an heimlicher Wahlkampffinanzierung der AfD beteiligt gewesen zu sein.“

Tief Bernd & Co.

Den Meteorologen bleibt am Ende von Tief Bernd nur die Gewissheit, dass ihre Rechenmodelle das Unwetter einigermaßen richtig vorhergesagt haben. Aber die Warnungen haben nur Einzelnen genutzt. Nämlich denjenigen, die etwas damit anfangen konnten. Alle anderen können mit den Begriffen Starkregen, Überflutung oder Schlammlawinen nichts anfangen, wenn es um den Schutz des eigenen Hab und Gutes geht. Sandsäcke vor die Tür legen? Schotten dicht machen? Das kennen nur die, die mit Hochwasser vertraut sind. Die wissen auch, dass man in überflutete Keller nicht rein geht, wegen der Gefahr einen Stromschlag zu bekommen. Unsere FI Schalter arbeiten nur in den Badezimmern, nicht im Keller. Und in einem 60er Jahre Haus gibt es so etwas wahrscheinlich noch nicht einmal.
Das Wasser kam so schnell, heißt es immer wieder, dass….. eine einzige Nachtwache die Behinderten nicht alleine retten konnte. Tja, es war Tage vorher gewarnt worden, warum wurde die Nachtschicht nicht verstärkt, warum hat man die Leute zum Schlafen nicht in höhere Stockwerke verlegt?
Warum wurde in Krankenhäusern erst reagiert als das Wasser da war? Und auch alle anderen? Muss man Wasserbau studiert haben, um Warnungen vor Hochwasser und Flutwellen ernst zu nehmen? Und warum gleicht eine sogenannte Staumauer eher einem Deich als einer konkaven Betonmauer, die bei Talsperren üblich ist?
Über die ewige Flächenversiegelung, die täglich weitere Quadratmeter frisst, will ich mich gar nicht auslassen. Der Nabu hat seit vielen Jahren Listen mit Maßnahmen, die stets und ständig ignoriert werden. Man kann die Reportagen kaum ertragen, in denen es um Regenrückhalteflächen geht, die 6 Jahre und mehr einfach im Gestrüpp von Interessen und Zuständigkeiten hängen bleiben. Und auch jetzt wird nur quasi wie eine Flutwelle alles mögliche geredet und irgendwann ist der Schlamm getrocknet, die Wortwelle abgelaufen und man geht wieder zum Großen über.
Klimaschutz, Anpassung, Umweltschutz und Katastrophenschutz werden munter gegeneinander ausgespielt – bis zur nächsten Katastrophe. Erinnert sich noch jemand an die Brände und Evakuierungen in Brandenburg? Bis auf die betroffenen wohl nur wenige.

Ist das ein Biotop?

oder kann das weg? Natürlich kann es weg. Das Artensterben soll ja schließlich flott voran gehen. Und in der konventionellen Landwirtschaft wird alles vermieden, um nicht irgendwo etwas Schützenswertes entstehen zu lassen. Blühstreifen sind einjährig – schnell wieder weg. Damit  die Wegränder nicht zu Saumbiotopen werden und niemand auf die Idee kommt, dort zu brüten oder sich als Amphibie aufzuhalten, wird gemäht was das Zeug hält. Möglichst bis auf den blanken Geestboden – ausradiert möglichst mit Wurzeln. Brut- und Setzzeit? War da was? Nicht in landwirtschaftlichen Gegenden. Nicht umsonst ist die Landschaft steril und ausgeräumt: Survival of the fittest! Löwenzahn, Wiesenkerbel (den hassen sie zwar besonders, fördern ihn  aber durch ihr blindes Tun), Disteln, Schachtelhalm (der hat ja schon viele Generationen von Menschen überlebt, der wird auch uns überleben).

So muss es aussehen, damit die Trecker ungehindert fahren können
hau weg den Scheiß!

In den 60iger Jahren galt die autogerechte Stadt als non plus ultra – heute ist es die Trecker- und Güllewagengerechte Landschaft. Deshalb blühen am Ackerrain heute auch nicht Mohn- und Kornblume, sondern violette Disteln! Supi!
Und die grünen Landwirtschaftsministerien – was tun die? Die versuchen zu retten, was noch zu retten ist und stellen sich nicht vor jede Spiere und jeden Lärchensporn.
Schließlich  kann man die alten Wiesen(un)kräuter heute alle im gutsortierten Gartenmarkt erwerben – natürlich nicht im Baumarkt, aber dafür im Onlineshop der Biogärtnerei. Ich wundere mich immer, warum ich für Katzenminze und Frauenmantel Geld ausgeben soll – mein Garten voll davon. Giersch und Gundermann habe ich auch mehr als in den grünen Quark passen.
Die Bauern sind schon arm dran, dass sie sich jetzt mit Städtern abgeben müssen, wenn es um die Unkrautbeseitigung geht.