Hasankeyf versinkt

Vor ungefähr 14 Jahren war ich mit einigen Kolleginnen im Osten der Türkei auf Recherchereise. Wir wurden – wie damals alle westlichen JournalistInnen auch in eine kleine Stadt am Tigris geführt: nach Hasankeyf. Die Stadt liegt im Flusstal begrenzt durch eine hohe Steilwand, in der sich antike Wohnhöhlen befinden.

Hasankeyf im Tigristal

Dieses alles sollte – wie mit ausladender Handbewegung gezeigt wurde – überflutet werden und in einem Stausee versinken. Unserer türkischen Kollegin war besonders wichtig, dass wir Westlerinnen begriffen, was da geplant war. Denn die Gelder  für das Projekt „Ilisu-Staudamm“ kam zum großen Teil aus Deutschland. Dieser Geldsegen konnte tatsächlich gestoppt werden. 2008 zogen sich die westlichen Finanziers zurück. Das führte allerdings nur zu einer zeitlichen Verzögerung, denn die türkische Regierung interessierte es nicht, was da alles auf nimmer Wiedersehen überflutet wird. „Hasankeyf versinkt“ weiterlesen

Februar 2020

Seit Mitte Januar blüht meine Zaubernuss – inzwischen blühen auch die Krokusse und dank des 4  Grad zu milden Januar sieht man überall die weißen Schneeglöckchen. In diesem Frühjahr ist der Norden (nördlich der Eider) klar im Vorteil z. B. gegenüber dem milden Klima der Bergstraße – denn hier blühen sogar schon die Gänseblümchen.

Die neue Frau

in den 20iger Jahren: zwischen Flapper und kunstseidenem Mädchen – so lautet der Titel meines Features, das am 04. Februar 2020 im Kulturradio des rbb wiederholt wird. (Die Erstsendung war im März 2014.)
Das Mekka der Neuen Frau war die Metropole Berlin in den Goldenen Zwanzigern zwischen 1924 und 1929. Die Weimarer Republik hatte den Frauen sowohl das Wahlrecht gebracht, als auch die rechtliche Möglichkeit gegeben, eigenständig ohne die Kontrolle der Familie zu leben. 1925 waren 11,5 Millionen Frauen erwerbstätig. Im Ersten Weltkrieg wurde die Arbeitskraft aller Frauen gebraucht. Nach 1918 zog es vor allem junge Frauen in den Beruf. Die Vorbilder mit kniekurzem Kleid, Bubikopf, rauchend und Alkohol trinkend kamen aus den USA. Klar ist, dass das reale Leben der Angestellten mit dem Glanz und der Verruchtheit von Flappern oder Girls aus Film und Literatur nicht mithalten konnte.

rbb Kulturradio, 19.04 Uhr am 04.02.2020 und danach für ein Jahr im Netz als Podcast zum Nachhören. Das Manuskript der Sendung kann in der Redaktion Zeitpunkte im rbb angefordert werden.