Sommer der Reformen2

So ein Sommer kann ja je nach Standpunkt und sozialer Lage recht unterschiedlich ausfallen: während die einen von Sturm + Regen gerüttelt werden, liegen die anderen im gemäßigten Sonnenschein – oder – wenn sie Pech haben, werden sie von der Hitze krank und sterben. Krank sein – dieses Lebensrisiko wollen unsere Reichen, die gerade an der Regierung sind, nicht mehr abpuffern. Die Kranken sollen schuften gehen – oder – mit Grundsicherung zu Hause sitzen (in der nicht klimatisierten Wohnung)   oder noch besser: endlich als Erntehelfer auf den Feldern ackern – juhu!  So oder ähnlich wünscht es sich der Christenmann in Sachsen-Anhalt, dem Land der Frühaufsteher. Dumm nur, dass es unter die AFD nur noch schlimmer wird: keine Schulpflicht mehr, Frauen sollen zum Kinderkriegen und Mannversorgen verdonnert werden – Gewaltertragen inklusive. Scherzkeks Nuhr immer voran mit der Misogynie.  Wer dann ohne größere Bildung die Schule verlässt, wird dann auch nicht mehr mit Eingliederungshilfe „verhätschelt“ – dann gilt nur satt und sauber – möglichst ohne große Kosten. Vielleicht ehrenamtlich von Frauen? – selbstverständlich biodeutsch und weiß! Wär doch was. Das 19.Jahrhundert läßt grüßen. Und Kranke sollen natürlich ihre Kosten selbst tragen, nichts da von Solidarität der Gesunden – das wollen die reichen Gesunden nicht mehr.  Man könne sich den Sozialstaat nicht mehr leisten, tönt es von den einschlägigen Rednerbühnen. Und damit nicht alle gleich traurig werden, verspricht der Mehrzweckkanzler den mittleren und kleinen Einkommen, dass sie etwas mehr Geld zum Konsumieren übrig behalten werden von ihrem Lohn. Denn in der Vorstellung der Reichen, die gerne steuersubventioniert mit ihren Privatflugzeugen durch die Gegend fliegen,  lebt der einfach Bürger schließlich nur fürs Konsumieren….oh, oh!