Das was gerade in Hongkong geschieht, ist der verzweifelte Kampf westlich-orientierter Chinesen um ihr Stückchen vom Glück. Sie wollen nicht unter die digitale Knute der „Prinzlinge“ fallen. Der „Westen“ macht daraus einen Kampf um Menschen- und Bürgerrechte – alles richtig. Allerdings wenn in Europa um Bürgerrechte und Menschenrechte gekämpft wird, dann wird auf alles draufgehauen, was sich zur falschen Zeit am falschen Ort ist. Dann wird nie dagewesene Gewalt gegen die eigene Bevölkerung angewendet -vor allem im Zusammenhang mit den G20 Treffen. Da wird aus dem Kampf um Bürgerrechte plötzlich schwerer Landfriedensbruch. Da wird weder vor Rechtsbeugung noch vor dem digitalen Pranger zurückgeschreckt – egal ob in Hamburg oder in Biarritz.
Der Bayerische Rundfunk gab mir zwei Mal Gelegenheit, mich mit chinesischer Geschichte zu beschäftigen: am 4 Februar 2013 wurde meine Sendung zum Boxeraufstand ausgestrahlt und am 15.7. 2013 mein Feature über die Kulturrevolution. Manuskripte können über die Homepage von br Wissen heruntergeladen werden. „70 Jahre VR China“ weiterlesen
Kategorie: Der grausame Alltag
Der grausame Alltag
Hier steht alles, was mich aufregt: § 219a oder Neues von Herrn Spahn
Die 3 von der Autobahn
Auf dem Weg in den Urlaub nach Spanien wurden drei junge Menschen aus Nürnberg am Mittwoch, den 21.8. 2019 an einer Mautstelle nahe der französischen Stadt Biarritz, wo von einen Tag später der G7-Gipfel stattfand, verhaftet und noch in der Nacht in provisorischen Containergerichten aufgrund des Vorwurfs „geplanter Gewalttaten“ zu zwei- bis dreimonatigen Haftstrafen verurteilt, wobei ihnen der Kontakt zu vor Ort verfügbaren Anwälten verwehrt und nur Pflichtverteidiger gestellt wurden, teilt die SDAJ Nürnberg mit. Das „Verbrechen“ der Jugendlichen : sie befanden sich mit Campingausrüstung zur Urlaubszeit auf dem Weg nach Spanien und führten „linksradikale Publikationen“ mit sich. „Die 3 von der Autobahn“ weiterlesen
Die Sozen zum 2.
Die Sozen sind wunderbar! Sie schaffen es immer wieder mich zum Lachen zu bringen. Jetzt also Achim Post. Seines Zeichens MdB und Generalsekretär der SPE. Er hat offenbar festgestellt, dass das Mobbing-Papier mit allerlei alten Diffamierungen gegen Frau von der Leyen nicht wirklich viel Anklang gefunden hat und dass aus der SPE Fraktion eigentlich nur die deutschen SPD’ler gegen v.d.Leyen stimmen werden. Irgendwie rechnen kann Herr Post doch, denn er hat gemerkt, dass Frau v.d.Leyen seine Stimme gar nicht braucht. Nun ruft er Verrat, weil es genug andere gibt – nämlich die Schmuddelkinder aus der – von Putin finanzierten – rechten Ecke – die die sie übrigens vorgeschlagen haben. Wenn es nach Herrn Post geht, darf niemand sie wählen: einige Sozen wollen sie nicht, ebenso Grüne und Linke und die Rechten dürfen sie nicht wählen. Und weil Herr Post schon mal was vom weiblichen Masochismus gehört hat, soll Frau v.d.Leyen gleich selbst sagen, dass sie nicht gewählt werden will……! So etwas schreibt ein Generalsekretär der SPE allen Ernstes im TSP.
Worüber soll ich künftig noch lachen, wenn die SPD eines Tages bei Wahlen nicht mehr über die 5 %-Hürde kommt. Schade eigentlich.
Weibliches Spitzenpersonal zum 3.
Valerie Holsboer – ich kannte den Namen bislang nicht – aber jetzt. Sie ist mit ihren 42 Jahren bereits ein richtiges Schwergewicht. Aus Heribert Prantl’s „Blick“ in der SZ habe ich einige Teile ihres beruflichen Werdegangs: Juristin, ehrenamtliche Richtern am Arbeitsgericht und danach am Bundesarbeitsgericht. Das allein sorgt schon dafür, dass sie weiß, dass ihr Rauswurf aus dem Vorstand der BA vor keinem Arbeitsgericht Bestand hat. Sie saß sechs Jahre lang im Verwaltungsrat der BA auf Seiten der Arbeitgeber. Sie war Hauptgeschäftsführerin des Bundesverbandes der Systemgastronomie (Imbissketten u.s.w.) und der Bundesvereinigung Nahrung und Genuss. Sie war Verhandlungsführerin der Arbeitgeber für verschiedene Tarifverträge in der Fleischindustrie. Dann hat die Arbeitgeberseite in Person von Peter Clever (heute 64 Jahre alt und die Wurzel des Übels) sie für einen der 3 Vorstandsposten nominiert und Andrea Nahles als zuständige Arbeitsministerin hat sie berufen.
Sie sollte – so mutmaßt – Heribert Prantl Gegenspielerin des der SPD nahestehenden BA Vorstandschefs Detlef Scheele sein. Und das hat sie wohl nicht zur Zufriedenheit des Herrn Clever getan. Und so versucht Clever sie abzuschießen – seit 2 Jahren – kurz nach ihrer Berufung. Jetzt hat er die Personalie auf jeden Fall am Freitag durch den Verwaltungsrat bekommen, weil die Gewerkschaften bei diesem Mobbing mitgemacht haben – Annelie Buntenbach auch!
Die Fronten sind klar: alter weißer Mann gegen junge kluge Frau. Selbstbewusst sind beide – nur bei ihm fragt man sich, auf welchen Fähigkeiten das beruht. Die Führungsetage des BA wird in diesem Fall manchmal mit einem Krokodilbecken verglichen. Aber die Krokodile fressen ja nur, während es beim Kampf alter Mann gegen junge Frau noch um ganz andere Dinge geht: Vielleicht wollte sie ja auch nicht mit diesem alten Sack ins Bett oder ihm auf dem Herrenklo zu Diensten sein.
Auf jeden Fall soll er Angst gehabt haben, dass sie ihm seinen Lehrauftrag vermasselt, den er gerne als Rentner hätte. Denn der große Herr Clever scheidet im nächsten Jahr aus dem Verwaltungsrat aus und möchte sein wertvolles Wissen darüber, wie das mit der Macht und dem Machterhalt so läuft auf Beitragszahlers Kosten gerne weitergeben.
Dem Rauswurf (natürlich bei vollen Bezügen) muss die Bundesregierung noch zustimmen. Aber Minister Heil wird da wahrscheinlich genauso wenig am „Nichteinmischungsprinzip in der BA“ rütteln, wie die GewerkschaftsvertreterInnen es getan haben.