Heimat…..

Dieses Heimatgedusel im Wahlkampf ist ja dankenswerterweise bald vorbei. Gerade die europäische Geschichte ist voll von Vertreibungen als welchen Gründen auch immer: immer wieder Religion oder gerne auch Volkszugehörigkeit oder aktuell: der Braunkohletagebau und der Autobahnbau . Auf jeden Fall werden – das ist durch die europäische Geschichte immer  wieder zu beobachten – Menschen von Haus und Hof vertrieben: kurz aus ihrer Heimat. Und daran sind besonders oft  Charaktere beteiligt, die den Begriff Heimat wie eine Monstranz  vor sich hertragen.
Zuletzt gesehen im Theater in der Josefstadt:  Glaube und Heimat – die Vertreibung der Zillertaler Protestanten durch den katholischen Kaiser Ferdinand I. In Schlesien – genauer im Riesengebirge – durften sie sich ansiedeln. Ihre Nachkommen wurden 100 Jahre später nach 2. WK wieder vertrieben. Wahrscheinlich weil Österreicher und Deutsche irgendwie dasselbe sind oder weil die Erlaubnis zur Ansiedelung vom Preußischen König Friedrich Wilhelm III. kam. „Heimat…..“ weiterlesen

Türkei – da wird nicht lange diskutiert

Ich sollte 2007 in einem EU-Twinningprojekt die Leitung der Öffentlichkeitsarbeit übernehmen als „head of the unit“.  Mein Name stand in allen Vertragsentwürfen und auch in der finalen Fassung. Als die deutsche Seite  den Vertragstext auf den letzten Drücker zur Unterschrift erhielt, war mein Name überall rausgestrichen – ohne Kommentar. Nachfragen des zuständigen Ministeriums wurden nicht beantwortet. Man konnte nur spekulieren. Die türkische Seite sagte nichts und hatte auch im Verlauf der Verhandlungen nichts gesagt. So einfach ging das vor 13 Jahren und so einfach geht das heute auch noch. Wenn man sich es anders überlegt, dann auch kommentarlos – wie im Falle des ZDF Korrespondenten. Der hatte zwar angedeutet, er werde aus dem Iran über die Türkei berichten, aber das tun andere Journalisten inzwischen auch. Also bleibt nur Spekulation. Wie in meinem Fall. „Türkei – da wird nicht lange diskutiert“ weiterlesen

Machtverlust durch Sprache

Tja, der Verlust an Deutungshoheit ist schwer zu ertragen. Und wenn  der weiße Mann nichts anderes mehr hat als seine sekundären Geschlechtsmerkmale, dann verteidigt er die Privilegien zäh. Obwohl die Jungs es nicht wirklich wissen, wie es ist, ausgeschlossen zu werden nur wegen der sekundären Geschlechtsmerkmale. Inzwischen haben wir beim gesellschaftlichen Rückwärtsgang die 60er Jahren erreicht. Man will z.B. wieder „Herr im eigenen Haus sein“ (eine Parole aus der Zeit der Anwerbung von Gastarbeitern). „Machtverlust durch Sprache“ weiterlesen

8.März in 3 SAT

In 3 SAT bemüht sich die Programmdirektion auch jedes Jahr um ein frauenspezifisches Programm, das auf Erkenntnisgewinn gezielt und nicht auf das Zementieren von Geschlechterstereotypen.

Ein Zitat der schweizerischen Stararchitektin Tilla Theus fand ich bemerkenswert. Die Begebenheit muss sich in 60er Jahren abgespielt haben. Tila Theus hatte 26 ihr Architekturbüro eröffnet und bald danach ihren ersten Wettbewerb gewonnen. Auf der ersten Baukommissionssitzung (9 Männer und sie) wurde sie vom Präsidenten angesprochen: „Die junge Dame ist sicher bereit, das Protokoll zu schreiben.“ Nach dem sie sich vom ersten Schrecken erholt hatte, lächelte sie und sagte „Ja gerne, wenn einer der  Herren in der Lage ist, meinen Siegerentwurf mit allen Details vorzustellen.“ „8.März in 3 SAT“ weiterlesen