Lifestyle des Tages

Manche Menschen haben es echt schwer –  u.a. Arbeitgebende. Sie müssen sich stets und ständig mit dem Anspruchsdenken ihrer Untergebenden auseinandersetzen. Damit soll jetzt Schluss sein, findet Gitta Connemann. Ihr Gesichtsausdruck – als sie die Worte von sich gab: es soll keinen Rechtsanspruch mehr auf Teilzeitarbeit geben, sprach Bände. Nach dem Motto: der Plebs soll ackern, aber sich nicht eine gute Lebenszeit machen! Rechte für Untergebende – wo kommen wir denn dahin. Steinzeit – kommentierte des DGB. Ja, das 19. Jahrhundert lässt grüßen. Untertänig bitten mit den Hut in der Hand – vielleicht noch im Staub liegend.  Meine Güte wie primitiv denkt doch diese Ostfriesin. Wer war nochmal ihr Vorgänger? Ja: Carsten Linnemann. Beide sind auf der Suche nach Dummen, die für diese beiden Menschen arbeiten wollen – mehr arbeiten wollen. Und natürlich nicht so viel Geld verdienen.
Komischerweise sind es normalerweise doch diese Geistesgrößen, die immer so tun als wenn Arbeitsplätze die reine Wohlfahrt sind und Arbeitskräfte den armen Arbeitgebern auf der Tasche liegen  Und nun wollen sie, dass diese Kostgänger mehr arbeiten. – Da stimmt doch irgendetwas nicht.
Erst sollen die Menschen im Ruhestand wieder arbeiten gehen. In der pastellfarbenen Windjacke es sich auf Malle oder Gran Canaria gut gehen lassen – wo gibt’s denn sowas. Und dabei geht es den Christunionisten nicht nur um’s Auspressen der Ressource Mensch, sondern auch um’s Zementieren alter Verhältnisse. Frauen mit kleinen Kindern und pflegebedürftigen Eltern, die dürfen (!) weiter Teilzeit arbeiten. Aber Kinderlose und Männer – die sollen gefälligst wieder Vollzeit malochen und keine Windelpraktika machen und den halben Tag in der Lifestyle-Hängematte dümpeln. Jau!  Vorwärts – es geht zurück!