Nicht nur draußen kalt

Es gibt politische Entscheidungen, die sind so falsch, dass man sie erst einmal gar nicht glauben kann: Die Entscheidung des Bundesinnenministers Alexander Dobrindt (CSU), Sprach- und Integrationskurse für zugewanderte Menschen nicht mehr zu bezahlen, gehört dazu. Dies schreibt Heribert Prantl in seiner neuesten Kolumne. Diese Maßnahme schade dem inneren Frieden und dem Wohl der Gesellschaft, dem der Innenminister eigentlich verpflichtet ist. Tja. Aber wenn am Ende niemanden integrieren will und wenn man davon ausgeht, dass es auch bei uns über kurz oder lang Robocops nach dem ICE Beispiel geben wird, dann ist es doch nur konsequent. Darüber hinaus will die AFD sowieso alle Menschen los werden, die nicht so sind wie sie. Die guten Deutschen meckern ja jetzt schon über das ärztliche Personal, was nicht ihren Dialekt spricht. Was sagen diese Leute erst, wenn das Krankenhauspersonal seine Koffer packt und dahin geht, wo man sie wertschätzt? In dieses Szenario passen dann auch wunderbar die Pläne, Krankenhäuser ganz zu schließen. Dann braucht man auch kein Personal mehr.  Daran dass es weder Arzttermine noch Krankenhausbetten gibt werden sich die guten Deutschen schon gewöhnen. Im 3.Reich hatte man ja schließlich auch das qualifizierte Personal außer Landes getrieben und musste sich mit Stümpern zufrieden geben. Das wurde tatsächlich einem Schwergen zum Verhängnis: Meister Heydrich starb an seinen Verletzungen, weil seinen Parteikumpels die nötigen Kenntnisse fehlten. So kann es gehen.
Zur Zeit kann man sich nur über so viel Zukunftsblindheit wundern. Aber Leute wie Innenminister D. werden nie zu den Leidtragenden gehören und deshalb gehen ihm die Folgen seiner Politik auch am Arsch vorbei.

Und die ausländischen Arbeitskräfte, die Guten, die wir hier dulden wollen, die müsse schon in der Heimat Sprache und Kultur gelernt haben.