Göttlich ist die Ordnung eigentlich nicht. Viel eher ist es die männliche Ordnung, die – mit Unterstützung von einigen Frauen – sich immer wieder ans Licht der Öffentlichkeit drängt. Egal ob es sich um den Männerstadel bei der CSU dreht oder um die kommunale Ebene. Die Jungs sind gern unter sich und wenn sie nicht gestört werden, dann bleiben sie es auch.
Was die Männerminister der CSU angeht, hat eventuell auch die Industrie ihre Finger im Spiel. Denn der „noch-nicht-Minister“-Scheuer pääpt schon gleich los: „ne blaue Plakette will er nicht“ – wessen Lautsprecher er wohl ist? Aber mit dem doppelten Dobby wird schon nichts anbrennen. Und für’s Publikum wird es genauso öde wie in den vergangenen Jahren: eine einzige Sprachregelung – hat früher schon gereicht, um die Themen des Verkehrsministeriums abzudecken. Super!
In den Kommunen teilen auch die Geschaftelhuber gerne die Gremien unter sich auf. Und Frauen – hm – da weiß man nie, ob die genauso mitziehen wie die Männer, die man kennt.
Auf jeden Fall ist klar, dass so etwas wie gleiche Teilhabe, auf dem Land ausschließlich als „top-down“ Projekt funktioniert. Das heißt gleichzeitig, dass die Top -Ebene über den Grad der Teilhabe bestimmt. Oij, oij, oij.
Insofern ist die Beteiligung von 20% Frauen auf der DörflerInnenliste für den Gemeinderat zwar mehr als recht und billig, aber trotzdem musste sie – unter gnädiger Duldung des Chefs – erkämpft werden. Und dass selbst das nur in einer Hinterzimmerkungelrunde gelingen konnte, zeigt die Stärke des Beharrungsvermögens.
Es gibt einfach zu viele, die von der alten Ordnung profitieren! Und die Profiteure lassen ungern zu, dass am Ast gesägt wird, auf dem sie es sich bequem gemacht haben.
Kategorie: Ohne Worte
Jamaica spart 34 Cent
Die Jamaika-Koalition will, dass Menschen, die im Auftrag des Landes Schleswig-Holstein arbeiten der Lohn um 34 Cent pro Stunde gekürzt wird. Wahre Reichtümer wird das Land auf diese Weise anhäufen. Und das bei einem Überschuss von rund 640 Millionen Euro im Landeshaushalt. Aber die HSH Nordbank und ihre Spekulanten brauchen ne Menge Kohle – da werden, die Leute, die mit dem Mindestlohn bezahlt werden, doch was abgeben können. Wer wird denn da so knauserig sein.
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Gegen Gewalt gegen Frauen
Der Bundesverband Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe macht auf eine neue Rechtsvorschrift im Kampf gegen Gewalt gegen Frauen aufmerksam. In der Pressemitteilung heißt es:
„Das Übereinkommen des Europarats zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt, bekannt als Istanbul-Konvention, stellt deutliche Anforderungen an die Gleichstellung und Nichtdiskriminierung, aber auch an die Prävention, Intervention und Unterstützung bei Gewalt gegen Frauen und Mädchen (https://rm.coe.int/1680462535).
„Die Konvention verlangt eine aktive Gleichstellungspolitik, um geschlechtsspezifische Gewalt zu bekämpfen. Umgekehrt fördern Maßnahmen gegen Gewalt an Frauen und Mädchen auch deren gesellschaftliche Gleichstellung.“, erläutert Katja Grieger, bff-Geschäftsführung.
Die Beerdigung von Hannelore May
Hannelore May wurde am 18. Januar 2018 auf dem Friedhof an der Stubenrauchstraße in Berlin-Friedenau beigesetzt.
Halina Bendkowski, die u.a. mit Hannelore und mir in der Berliner FrauenfrAKTION aktiv war, hielt eine der Trauerreden:
Liebe Hannelore (nein, ich bin nicht religiös, aber zum letzten Mal spreche ich Dich direkt persönlich auf Erden an), liebe Trauergäste,
es ist meine erste Trauerrede und ich konnte mich dieser Aufgabe einfach nicht entziehen, denn wenn sie es hörte, weiß ich, dass ihr daran gelegen gewesen wäre, von verschiedenen Seiten, die alle ihre waren, gewürdigt zu werden. Mir obliegt die politische Würdigung. Einer aus unserer Unterstützungsgruppe für Hannelore schrieb mir: “Ich fände es gut, wenn du, Halina, über Politik sprechen könnest, marxistische, feministische, grüne, erstens weil ich wenig darüber weiß, und zweitens weil doch viele Leute aus der Zeit kommen werden.“ Das will ich nun in 5 Minuten versuchen. Wie viele wissen, stammt Hannelore aus einem gebildeten und wie sie betonte antifaschistischem Buchhändlerhaushalt und sie ist dem Lesen so lange sie konnte, ernsthaft verbunden geblieben. Jede AutorIn träumt von solch einer Lesenden. Die Texte sind von ihr sichtbar bearbeitet und als Dokumente des Dialogs dringlich einer interessierten Nachwelt zu empfehlen. Kurz nach ihrem Tod am 2. Weihnachtsfeiertag 2017, war ich wie verabredet zu Besuch bei ihr. Da lag sie nun als schöne Leich, wie die Wiener schaudernd sagen und so empfand ich es auch. Mir wurde es etwas unheimlich mit ihr allein. Aber dann sah ich in ihr beinahe schmunzelndes Gesicht und fühlte mich getröstet. Friedlich ruhend inmitten ihrer Bücheregale, konnte man die Phasen ihres Lebens an den Themen und Titeln rund umblickend nachverfolgen.