
Der März im Garten

Wie ich die Großstadt hinter mir ließ und an die Küste zog


Vor ungefähr 14 Jahren war ich mit einigen Kolleginnen im Osten der Türkei auf Recherchereise. Wir wurden – wie damals alle westlichen JournalistInnen auch in eine kleine Stadt am Tigris geführt: nach Hasankeyf. Die Stadt liegt im Flusstal begrenzt durch eine hohe Steilwand, in der sich antike Wohnhöhlen befinden.

Dieses alles sollte – wie mit ausladender Handbewegung gezeigt wurde – überflutet werden und in einem Stausee versinken. Unserer türkischen Kollegin war besonders wichtig, dass wir Westlerinnen begriffen, was da geplant war. Denn die Gelder für das Projekt „Ilisu-Staudamm“ kam zum großen Teil aus Deutschland. Dieser Geldsegen konnte tatsächlich gestoppt werden. 2008 zogen sich die westlichen Finanziers zurück. Das führte allerdings nur zu einer zeitlichen Verzögerung, denn die türkische Regierung interessierte es nicht, was da alles auf nimmer Wiedersehen überflutet wird. „Hasankeyf versinkt“ weiterlesen
