Nachdem wir beim Kauf unseres Hauses nach Strich und Faden über den Zustand des Daches belogen worden waren, gibt es nun ein Neues. Übrigens: als Verkäufer – insbesondere wenn man schon etwas älter ist – kann man ein ganz entspanntes Verhältnis zur Wahrheit haben, wenn es um Schäden u.ä. geht. Arglistige Täuschung lässt nur schwer nachweisen. Aber für solche Hinweise hat man ja schließlich seinen Makler.
Heute am 4. Juni beginnt nun das 3-wöchige Abenteuer. Das Bautagebuch ist im Wetterlogbuch integriert.
Wenn der Roboter 2x klingelt….
In einer Protestaktion Ende Mai in Nord-Irland lieferten Aktivistinnen die Abtreibungspille Mifegyne (besser bekannt als RU 486) an drei Frauen in Belfast per Miniroboter. Zuvor wurden die Medikamente auch schon mal mit Hilfe von Drohnen ausgeliefert. Aufmerksam gemacht werden soll damit auf das restriktive Abtreibungsrecht in diesem Teil Großbritanniens. Dort ist nämlich selbst die Ausgabe der rezeptfreien Abtreibungspille Misoprostol (Cytotec) oder eben RU486 verboten…..Jedoch gegen die Roboter können die nord-irischen Gesetze wenig ausrichten. Sie werden nämlich aus den Niederlanden gesteuert. Die Gruppe „Women on waves“ ist inzwischen berühmt – wenn nicht gar berüchtigt – für kreative Hilfe und Protest. Beratung darüber wann und wie die Pillen eingenommen werden sollen, wird online bereit gestellt unter „women on web“.
Juni 2018

Irland – Mein Körper – meine Wahl
Unter dem Slogan: „Mein Körper – meine Wahl“ hatten im vergangenen Jahr Tausende in Irland für die Abschaffung des 8. Verfassungszusatzes demonstriert. 1983 war es bigotten Lebensschützern in einem Referendum gelungen, die Geburtenkontrolle komplett unter ihre Herrschaft zu bekommen. Allerdings wurde es Frauen erlaubt, im Ausland abtreiben zu lassen. Das war nämlich viele Jahre irischen Frauen ebenfalls verwehrt und dieses Verbot wurde mit Hilfe von Bespitzelung durchgesetzt. Nun wurde dieser Verfassungszusatz in einem Referendum mit rund 66 % abgeschafft. Möglich wurde dies durch einen Wechsel an der Spitze der regierenden konservativen Partei Fine Gael.
Seit ungefähr einem Jahr ist der Arzt Leo Varadkar Premierminister und für ihn war klar, dass die Geburtenkontrolle auch in Irland menschlich werden muss. Der UN-Menschenrechtsrat hatte die irischen Abtreibungsgesetze im vergangenen Jahr als „grausam, unmenschlich und erniedrigend“ verurteilt. Premierminister Varadkar bezeichnet sich selbst als „links“ in sozialen Fragen und als „rechts“ wenn es um die Wirtschaft geht. Darüber hinaus ist er der 1. offen schwule Regierungschef. Schwulsein stand bis 1993 ebenfalls unter Strafe in Irland.
Jetzt muss abgewartet werden wie denn das neue Gesetz aussehen wird, das die Geburtenkontrolle regeln soll. In der Diskussion ist eine Art Fristenregelung bis zur 12. Woche.
Ein Lichtblick, wo doch zur Zeit die selbsternannten Lebensschützer – allen voran 40-jährige Männer mit Gebärneid – finanziert von Evangelikalen aus den USA oder Orthodoxen aus Russland – fröhliche Urständ feiern. Siehe Sizilien, wo abgestorbene Föten nicht aus dem Mutterleib entfernt werden dürfen, oder Polen, wo Ärzte nicht auf die Einnahmen aus illegalen Abbrüchen verzichten wollen oder auch Deutschland.
In Deutschland darf nur unter Beratungszwang bis zur 12. Woche eine Schwangerschaft abgebrochen werden. Und – wir erinnern uns – es darf nicht z.B. im Internet informiert werden. Das ist selbst dem Bischof von Limburg verboten.
Die Geburtenkontrolle ist und bleibt ein Lakmustest für die Demokratie und Menschlichkeit eines Systems.