Anne Beaumanoir

„Was für ein Leben“ – so lautet der Titel des Nachrufs auf  Anne Beaumanoir. Anne Weber, die 2020 dieses Leben in einem Heldinnenepos würdigte und dafür den Deutschen Buchpreis bekam, ließ in der Süddeutschen Zeitung noch einmal dieses Leben mit den stärksten Höhen und Tiefen Revue passieren. Anne Beaumanoir ging als Jugendliche in den Untergrund und kämpfte gegen die Deutsche Besatzung in Frankreich. In den 50er Jahren empörte sie sich über die Nazi-Methoden der französischen Armee in Algerien und begann den NLF zu unterstützen: Als sogenannte Kofferträgerin transportierte sie Geld und als Kurierfahrerin transportierte sie wichtige Funktionäre der NLF in Frankreich. Während ihrer Tätigkeit für den Maquis kam sie immer ungeschoren davon. Als Fahrerin für die NLF wurde sie verraten und verhaftet. Ein Militärgericht verurteilte sie zu 10 Jahren Haft. Ihr gelang die Flucht. Allerdings musste sie bis zur Amnestie Ende der 60er Jahre warten bis sie wieder offiziell in Frankreich leben konnte.
Obwohl sie mit Haftbefehl gesucht wurde, konnte sie in der französischen Schweiz als  Neurophysiologin in einer Klinik arbeiten. Ihre Familie sah sie nur, wenn sie mit falschen Papieren über die Grenze nach Frankreich fuhr. Etwas, was einer erfolgreichen Widerstandskämpferin natürlich nicht schwer fiel. Anne Beaumanoir starb am 4. März im Alter von 98 Jahren.

Anne Weber: Annette, Ein Heldinnenepos, Matthes&Seitz, Berlin, 2020, 208 Seiten, 22 Euro
Anne Weber ist gerade auf Lesereise in Süddeutschland mit ihrem Heldinnenepos.

März 2022

März
Das März-Foto zeigt die Reste der Winterlinge, die tatsächlich den gesamten Februar geblüht haben. Und nun die Krokusse – vor allem die blauen, die bereits jetzt von einzelnen Bienen besucht werden. Alles ganz schön früh, weil es im Februar nicht besonders kalt war. Dafür haben wir jetzt allnächtlich Frost – leichten Frost. Aber die Forsythienblüten zeigen schon Farbe.

Kulturrevolution

Fast hätte ich vergessen auf die Wiederholung meiner Sendung im br hinzuweisen: Die Kulturrevolution in China – Mehr als ein Kampf um die Macht. Sendung: Mo, den 28.02. um 9.30 Uhr.
„Sie sollten gegen bourgeoise Ideen kämpfen und gegen alles Althergebrachte: die Roten Garden. Millionen Oberschüler und Studierende beiderlei Geschlechts zogen im ersten Jahr der Kulturrevolution plündernd durch Chinas großen Städte. Zuerst traf es Lehrer und Professoren, dann unter der Parole – „Bombardiert das Hauptquartier!“ – Funktionäre der Kommunistischen Partei Chinas. Gleichzeitig genossen die Jugendlichen ein nie da gewesenes Maß an Freiheit in den 10 Jahren der Kulturrevolution von 1966 – 1976. Sie war Maos letzter Versuch, sein ideologisches Erbe zu retten: seinen Traum von der egalitären Gesellschaft.“
Das Manuskript der Sendung schickt Ihnen gern die Redaktion „radio wissen“ des br zu.