Tag des Artenschutzes

Pünktlich zum Tag des Artenschutzes flogen heute die ersten Kiebitze über die Felder, 2 untersuchten einen begrünten Kartoffelacker näher. Kie wie kiewitt….
Seit Tagen herrscht bester Sonnenschein, obwohl immer dichter Nebel und Dunst vorhergesagt sind. Zu diesem leicht milchig blauen Himmel passen die Rufe der Vögel: die Feldlerche hört man schon seit einer Woche und heute nun die Kiebitze!

 

Frauengeschichte

Geschichte, die Frauen gemacht haben, wird gern vergessen….soll ich jetzt noch sagen – von Männern, oder ist klar wer so etwas gerne unter den Teppich der Weltgeschichte kehrt? So geschehen gerade mal wieder beim Reizthema „queer“. An die 200 Schauspielerinnen und Schauspieler haben sich vor Kurzem als LGBTQ geoutet und zwar in derselben Form wie 1971 375 Frauen im Stern „Wir haben abgetrieben“. Jetzt wagt die zuständige FAZ – Redakteurin darauf hinzuweisen, dass das Risiko, das die Frauen vor 50 Jahren eingegangen sind, als sie sich öffentlich zum Begehen einer Straftat bekannten, ein erheblich höheres ist, als das, das die SchauspielerInnen eingingen. Darüber hinaus  hat sie sich übrigens nur lobend über Sinn und Zweck der Outing-Aktion geäußert.
Aber: das reicht – vor allem den Männern – nicht, die nun zum Shitstorm rufen, und die Redakteurin zur „Queerfeindin“ erklären – nur  – s.o. – weil sie es wagte auf etwas hinzuweisen, was nur Frauen gemacht haben und das unter erheblichem persönlichen Risiko.
Mal abgesehen davon begeht der Kampf gegen den §218  gerade sein 150 jähriges Jubiläum, u.a. mit Prozessen vor dem Berliner Amtsgericht. Aktivistinnen hatten mit einer Sitzblockade sich dem sog. „Marsch für das Leben“ (ja, so was gibt es auch in Deutschland – gerne auch mit Grußworten von Annette Schavan und K.T.z.Guttenberg) in den Weg gesetzt. Sowas ist natürlich strafbar…… nicht nur im klerikal-faschistischen Polen oder in der Hochburg der bigotten Evangelikalen in den USA.

Frauen von der Rosenstraße

Am 27. Februar 1943 fand die »Fabrik-Aktion« statt, bei der Tausende Jüdinnen und Juden an ihren Zwangsarbeitsstätten verhaftet und anschließend nach Auschwitz deportiert wurden.
In Berlin waren auch viele in sogenannter Mischehe Lebende darunter, die im Sammellager in
der Rosenstraße 2–4, dem ehemaligen Wohlfahrtsamt der Jüdischen Gemeinde zu Berlin,
interniert wurden. Als ihre Angehörigen erfuhren, wo sie sich befanden, versammelten sie sich vor dem Gebäude; es waren vor allem Frauen und Kinder, die dort tagelang ausharrten – bis zur Freilassung der Festgenommenen.

Am Freitag, den 26.Februar 2021 um 10.00 Uhr findet ein „online-gedenken“ statt.
www.orte-der-Erinnerung.de/Rosenstrasse

Für die Eheschließung mit meinem Großonkel hat meine Großtante ihre jüdische Religion verlassen – dafür wurde für sie das Kaddisch gelesen – das Totengebet. Als sie 1942 durch wen auch immer mitbekam, dass sie verhaftet werden sollte, setzte sie sich nach Ostpreußen ab und wurde von der Familie versteckt. Der strammste Nazi unter den Brüdern meines Vaters verlangte ihre Auslieferung. Allerdings hat er sie selbst scheinbar nicht denunziert. Sie blieb fast ein halbes Jahr im Versteck bis sie nach Berlin zurückkehren konnte. Nach dem Krieg, in den 50er Jahren, musste sie miterleben, wie ihr Sohn unter den Demütigungen als „Halbjude“ und Behinderter zerbrach. Er war Arzt am Moabiter Krankenhaus und durch eine Verwundung im Berliner Häuserkampf im Mai 1945 gehbehindert. In der Familie wird erzählt, dass ein russischer Soldat ihm das Leben gerettet habe.