Punktsieg für Fundamentalisten

Der lange Arm der Lebensschützer oder sollte ich besser  „Müttermörder“ schreiben, reicht weit bis in die SPD-Bundestagsfraktion hinein. Nun hat die SPD-Fraktion nach viel Druck aus Kreisen der christlichen Fundamentalisten doch sich auf die Seite der Frauenhasser geschlagen und ihren Gesetzentwurf zur Änderung des § 219a zurückgezogen. Sie wollen mit der CDU ( ha, ha, ha,) eine Lösung erarbeiten. Bis wann haben sie nicht verlautbaren lassen. Die AFD wird es freuen. Ihrer aktivierenden Bevölkerungspolitik wird im Internet immer weniger Information gegenüber stehen. Demnächst haben die Müttermörder sogar die Lufthoheit im Internet. Sie schreckten ja schließlich noch nicht einmal davor zurück, den Bischof von Limburg wegen unerlaubter Werbung für Abtreibungen anzuzeigen! Und der hatte lediglich die Adressen von Beratungsstellen im Netz stehen – noch nicht einmal das wird von den Frauenhassern geduldet und die Sozen unterstützen so etwas.

B G H zementiert

Der Mensch ist in erster Linie männlich, urteilt der Bundesgerichtshof -heute am 13.03. 2018 – und findet, die Frauen sollen sich nicht so anstellen, wenn sie ignoriert werden zum Beispiel als Kundinnen einer Bank.

Die Sprache ist das Haus des Denkens und mein Haus ist keine Bruchbude! Diesen Satz der ehemaligen Intendantin des rbb zitiere ich immer gern, wenn es darum geht, dass wer nicht mitgesprochen wird, auch nicht mitgedacht wird.
Der Sprachgebrauch sei nun mal so, dass alle Menschen männlich sind,  sagen die BGH Richter, die nicht alle männlich sind. Ja, wie entwickelt sich denn so ein Sprachgebrauch, bitte schön?  Indem Gerichte ihn zementieren? Wohl kaum.
Wenn ich hier auf dem Land mit der weiblichen Form ankomme, dann wird schon geguckt und die Notarin redet solange Drumherum bis die Verkäuferin nichts mehr dagegen hat, zum Verkäufer gemacht zu werden. Wohlgemerkt die Notarin bezeichnet sich selbst als Notarin und nicht als Notar! Und die Landfrauen reden von sich selbst ausschließlich in der männlichen Form. Wenn Kuchenbäcker für ein Landfrauen-Café gesucht werden, dann sind nicht die Ehemänner gemeint!

Ich ergänze übrigens seit vielen Jahren auf allen Formularen immer ein „in“ – egal ob es sich um einen Überweisungsträger handelt oder einen Antrag auf einen neuen Personalausweis! Gegen diese handschriftliche Korrektur haben bislang weder Klarschriftleser noch Mitarbeitende von Einwohnermeldeämtern etwas gehabt. Höchstrichterlicher Sprachgebrauch hin oder her

Neue Ministerin Svenja Schulze

Svenja Schulze hat sich in NRW beim politischen Gegner nicht beliebt gemacht. Entsprechend motzt die „WELT“ jetzt herum. Immerhin hat sie es gewagt, als Bildungs- und Wissenschaftsministerin die Studiengebühren und das marktradikale Hochschulfreiheitsgesetz der FDP wieder abzuschaffen. Ich finde das hat sie gut gemacht. Christoph Butterwegge sagt über dieses Lieblingsprojekt der Liberalen: „Die Freiheit, von der da die Rede ist, bedeutet in Wirklichkeit Marktabhängigkeit. Statt ihrer gesellschaftlichen Verantwortung gerecht zu werden, müssen sich die Hochschulen um die wirtschaftliche Verwertbarkeit ihres Wissens kümmern.“
Dass Springers „WELT“ so eine Ministerin übel beleumundet, versteht sich also von selbst. Ich bin gespannt, wie sie sich als Bundesumweltministerin und Nachfolgerin der nicht wirklich beliebten Barbara Hendricks macht.

noch mehr zum 8.März

Auch die ILO, die internationale Arbeitsorganisation, bietet zum 8.März eine Menge Informationen über die miese Lage von Frauen in allen Gesellschaften der Welt.

www.ilo.org/berlin

Von einer tatsächlichen Gleichstellung auf den Arbeitsmärkten sind wir weit entfernt, resümiert die ILO ihre Studien. Trotzdem bemühen sich viele MitarbeiterInnen der ILO darum, dass es nicht noch 350 Jahre dauert bis Frauen mit Männer gleichgestellt sind.

Allerdings setzen sie wohl nach wie vor an den falschen Stellen an: Solange sich mit der Diskriminierung großer Teile der Bevölkerung gutes Geld verdienen lässt, wird sich nichts ändern. Im Feudalismus haben die Reichen schließlich auch nicht selbst gearbeitet. Warum sollten sie es heute tun?